Erst wenn die Zocker und Banken Demokratien weder erpressen noch in den Notstand treiben können, werden die richtigen Ansätze zu einer koordinierten Wirtschaftspolitik der EU greifen können.
7.3.2010 // Dokumentarisches

Den Gedanken des 8. März an jedem Tag

Zum Internationalen Frauentag erklärt der Vorsitzende der Partei DIE LINKE und und der Partei der Europäischen Linken, Lothar Bisky (MdEP):



Es gibt viel gute und gewichtige Gründe, Frauen und Mädchen zu ihrem Internationalen Tag zu beglückwünschen. Sei es dafür, was sie im alltäglichen Leben leisten, als Kollegin und Vorgesetzte, als Partnerin, Tochter, Mutter und Großmutter.. Sei es für die hervorragenden Leistungen in Bildungs- und Pflegeeinrichtungen, in Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft oder auch in der Politik. Undenkbar und langweilig wären Kunst und Kultur ohne die Beiträge der Frauen und nicht zu übersehen sind ihre sportlichen Leistungen.



Auf vieles kann verwiesen werden, was seit dem Vorschlag Clara Zetkins 1910, einen Internationalen Frauentag einzuführen, im Kampf um gleiche Rechte und Anerkennung der Frauen erreicht wurde.



Trotz Gender Mainstream und Antidiskriminierungsgesetzen sind wir aber noch weit entfernt von wirklicher Gleichberechtigung und Gleichstellung. Die Vereinten Nationen begehen den Internationalen Frauentag 2010 weltweit unter dem Motto „Gleiche Rechte, gleiche Chancen: Fortschritt für Alle“ und erinnern an die vor 15 Jahren in Beijing auf der Vierten Weltfrauenkonferenz verabschiedete Erklärung und Aktionsplattform. Ungeachtet erzielter Fortschritte, insbesondere im Bildungsbereich ist eine hohe Müttersterblichkeit zu verzeichnen und erfahren 70 % aller Frauen im Laufe ihres Lebens Gewalt. Frauen waren 2008 nur zu 52,6 % erwerbstätig im Vergleich zu 77,5 % der Männer und viel zu wenige Frauen sind in höheren Führungspositionen tätig. Auch bei Friedensverhandlungen, der Friedenssicherung oder Abrüstungsprozessen sind Frauen entweder gar nicht oder stark unterrepräsentiert.



Außerdem erinnert uns das von der Europäischen Union erklärte Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung daran, dass die Beschäftigungsquote der Frauen in diesem produktivsten Wirtschaftsraum der Welt um ca. 12 % geringer ist als die von Männern und sie damit einem höheren Armutsrisiko ausgesetzt sind. Da ist die vom statistischen Informationsdienst der EU-Kommission zum 8. März herausgegebene Mitteilung fast schon perfide, wonach die Arbeitslosenquote für Frauen 2010 erstmals unter der für Männer liegt – nur, weil in der Krise v. a. weitaus mehr Männer ihre Arbeit verloren haben als Frauen.



All das bestärkt uns als Mitglieder der Europäischen Linken darin, den Kampf um Geschlechtergerechtigkeit als untrennbaren Bestandteil sozialer Gerechtigkeit zu sehen. Es geht uns um die Durchsetzung einer Politik, die in der Gesellschaft allen Menschen gleiche Rechte garantiert und ihnen mit gut entlohnter und sozial abgesicherter Arbeit ein Leben in Würde ermöglicht, mit gleichen Bildungschancen, kultureller Teilhabe und Mobilität Zugleich ist Geschlechtergerechtigkeit für DIE LINKE aber auch ein Wert an sich, der über soziale Fragen hinausgeht und sich gleichermaßen auf Kultur, Macht und Status erstreckt.



Dabei versuchen wir, dies auch in den eigenen Reihen umzusetzen. Deshalb sind wir stolz darauf, dass linke Ministerinnen in Landesregierungen, Ober- und Bürgermeisterinnen, Fraktionsvorsitzende oder Frauen in anderen Ämtern und Funktionen immer spürbarer in europäische, Bundes,- Landes/Regional- und Kommunalpolitik eingreifen.



Der 8.März sollte jeder Tag im Jahr sein. Dazu braucht die gesamte Gesellschaft die Kraft und den Mut zu mehr Gleichberechtigung.