Erst wenn die Zocker und Banken Demokratien weder erpressen noch in den Notstand treiben können, werden die richtigen Ansätze zu einer koordinierten Wirtschaftspolitik der EU greifen können.
11.3.2010 // Artikel

Lothar Bisky (Linke-MdEP), Vorsitzender der Fraktion der EUROPÄISCHEN LINKEN im Europaparlament im Gespräch mit Rudolf Geissler (SWR 2)

Zum Generalstreik in Griechenland: "Eine Beteiligung der Bevölkerung am Schuldenabbau ist nötig, aber in Maßen."

Der Fraktionschef der Europäischen Linken im EU-Parlament, Lothar Bisky, hält es für „nötig“, dass die griechische Bevölkerung am Abbau der Haushaltsschulden beteiligt wird. Im Südwestrundfunk (SWR) sagte Bisky, das müsse „aber in Maßen“ geschehen, denn die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Griechenland hätten die aktuelle Krise nicht verursacht. Deshalb stelle sich die Europäische Linke auch auf die Seite der heute Streikenden. Notwendig sei jetzt vor allem, dass Banken und Spekulanten zur Verantwortung gezogen würden, sagte Bisky. Dazu sei vor allem eine Korrektur des Lissabon-Vertrages der EU zwingend, der in Artikel 63 jegliche Beschränkungen des Kapitalverkehrs ausdrücklich verbiete und damit den Bankern einräume, dass sie „machen, was sie wollen“. Der Vorsitzende der Europäischen Linksfraktion zeigte sich aufgeschlossen für die Idee eines EU-weiten Währungsfonds, der sich aber nicht am Modell des IWF orientieren dürfe, wie Bisky sagte. Statt auf einseitig strenge Auflagen zu setzen, müsse sich der Fonds an „sozialen Maßstäben“ messen lassen.


Download mp3 herunterladen (5:41 min | MP3)
Weitere Reden
2004
Mär
2005
Jun Jul Aug Sep Okt Nov
2006
Jan Mai Jun Aug
2007
Jan Apr Jun
2009
Feb Nov
2010
Mär Apr